Der Hermann Kuchen

Hefeteig

Mindestens seit den 1980er Jahren ist der Hermann, eine Art Grundteig für Kuchen, bekannt. Das Besondere an diesem auf Hefe basierenden Teig ist, dass er ähnlich einem Kettenbrief funktioniert. Der Teig selbst wird meist von Freunden in Empfang genommen. Dazu gehört ein Brief, der so genannte Hermann Brief, in dem alle Informationen zusammen gestellt werden, die für den Hermann wichtig sind.
Ablauf
Der Hermann Teig wird also von einem Freund überreicht, gemeinsam mit den Instruktionen. Meist muss man den Teig erst einmal in eine größere Schüssel umfüllen. Da Hefe bekanntlich geht und der Teig sich dadurch stark vermehrt, sollte immer eine ausreichend große Schüssel zur Verfügung stehen. Während der Hermann Teig bei einigen Briefen am ersten Tag in Ruhe gelassen werden soll, warten andere mit einer sofortigen „Fütterung“. Die Unterschiede sind völlig normal, es entstehen keine Vor- oder Nachteile bei den verschiedenen Anweisungen, so dass sich jeder getrost an die eigenen Instruktionen halten kann.
In den nächsten Tagen muss Hermann „spazieren geführt“ werden. Im Klartext bedeutet das, dass der Teig kräftig umgerührt werden muss. Je nach Anweisung folgt dann ein Tag der „Fütterung“. Hier werden jeweils eine Tasse Mehl, Zucker und Milch zugegeben. Danach darf der Hermann wieder einige Tage ruhen, in diesen muss er nur regelmäßig umgerührt werden. Auch folgt eine zweite „Fütterung“, die der ersten gleicht. Diese ist meist am zehnten Tag gegeben, kann aber wiederum, je nach Hermann Brief, variieren.
Dieser letzte Tag wird beim Hermann auch als „Geburtstag“ bekannt. Der Hermann Teig wird dann in drei Teile geteilt, wobei ein Teil einer Tasse entspricht. Einen Teil behält man selbst und kann daraus einen neuen Hermann heran „füttern“. Einen Teil gibt man an liebe Menschen weiter, gemeinsam mit dem Hermann Brief. Den dritten Teil schließlich gibt man in eine große Schüssel und fügt je zwei Eier, zwei Tassen Mehl, eine halbe Tasse Öl und eine Tasse Zucker hinzu. Zusätzlich werden je ein Päckchen Backpulver und Vanillezucker, sowie eine Prise Salz benötigt. Nach Belieben können nun noch Rosinen, Nüsse, Zimt, Orangeat und Früchte untergehoben werden. In einer gefetteten Backform wird der Hermann dann für 40 bis 50 Minuten bei 180° C gebacken.
Aus dem verbleibenden Teig entsteht immer wieder ein neuer Hermann Kuchen, so dass die Teigzubereitung eigentlich immer gleich bleibt. Zu beachten ist laut vielen Instruktionen, dass der Hermann nicht mit Metall in Berührung kommen darf, warum dies so ist, ist bis heute allerdings völlig unklar.

Rezept für den Grundteig
Wer einen Hermann gerade nicht von Freunden bekommen hat, kann diesen Ansatz auch leicht selbst herstellen.
Zutaten:
½ Päckchen Trockenhefe
1 Esslöffel Zucker
1 Tasse Wasser
1 Tasse Weizenmehl

Zubereitung:
Die Trockenhefe und der Zucker werden in dem lauwarmen Wasser aufgelöst. Danach wird das Weizenmehl untergerührt. Zwei Tage lang muss die Masse an einem warmen Ort gären können, muss dabei aber jeden Tag umgerührt werden. Nun muss der Hermann noch einen Tag in den Kühlschrank gestellt werden und fertig ist der erste Ansatz für einen neuen Hermann.
Statt der Trockenhefe kann wahlweise auch ein Päckchen frischer Hefe verwendet werden. Das Gefäß, in welchem der Hermann angesetzt wird, muss wiederum eine ausreichende Größe haben, um den aufgehenden Teig fassen zu können.